Die
meisten Etikettendrucker werden mit sogenannten ESC
Sequenzen angesteuert. In den meisten Protokollen bestehen
die aus zwei ASCII Text Dateien, welche einzeln oder in
einem Stück an den Drucker geschickt werden müssen.
Die erste
Datei, das so genannte Format, beschreibt den Aufbau der
Etikette und beinhaltet verwendete Schriften, Grössen,
Platzierungen und Fixwerte. Die zweite Datei beinhaltet den
Namen der zu verwendenden Formatdatei, die variablen Werte
sowie Angaben über die Zahl der zu druckenden Etiketten.
Die
Format Datei wurde vor allem früher häufig im Flash Speicher
des Druckers hinterlegt, sodass beim eigentlichen
Druckvorgang lediglich die Variablen gesendet werden
mussten. Dies hatte den Vorteil, dass viele teure
Systemressourcen gespart werden konnten. Der Nachteil ist,
dass diese Format Datei nach Ausfällen neu auf den Drucker
gespielt werden muss und in der Praxis dann nach ein paar
Jahren oft keine ausreichende Dokumentation oder
entsprechende Pflegefunktion mehr vorhanden ist.
Deshalb
versenden wir die für heutige Verhältnisse doch meist recht
kleinen Formatdateien (typischerweise ca. 20 Zeilen Text)
mit jedem Etikettendruckauftrag mit.
Bei der "ITF"
Methode wird mit Hilfe einer entsprechenden
Etikettensoftware für Windows ein "ASCII Text" Datei mit dem
Etikettenformat und dem String zum Anstoss des
Etikettendrucks erstellt. Diese Datei wird in das SAP System
transportiert. Zum Drucken werden dort mit Hilfe von
SAPScript die Variablen-Platzhalter durch die entsprechenden
Tabellenfelder ersetzt und die so generierte Textdatei wird
via eines entsprechenden Device Types (SAP bietet diese für
praktisch alle Etikettendrucker) auf den Drucker kopiert.
Typischerweise über SAPlpd und einem ASCII Text Treiber auf
dem entsprechenden Betriebssystem.
Der Etikettendruck kann automatisch, abhängig von bestimmten
Transaktionen, und manuell (hierfür wird etwas ABAP
benötigt) angestossen werden.
Vorteile:
Alles wird über SAP gesteuert, diese Methode ist recht
einfach und kostengünstig.
Nachteile: Es können nur in SAP gepflegte Informationen
gedruckt werden, beim Wechsel des Drucke Modells oder
Änderungen am Etikettenformat muss ein entsprechender
Programmierer eingebunden werden. Es müssen Drucker
verwendet werden die reinen ASCII Text (ohne Kontollzeichen)
verstehen (z.B. Intermec, Zebra, SATO).
Entsprechende Software: ERP Label for SAP (Intermec). BarOne
for SAP (Zebra), LabelGallery (SATO),
Seagull Bartender Enterprise
Die Middleware Methode
Bei der "Middleware"
Methode wird mit Hilfe einer entsprechenden
Etikettensoftware für Windows ein Etikettenlayout erstellt.
Dieses Wird auf einem "PrintServer (Windows PC im Netz)
abgespeichert. Auf diesem PC läuft auch ein Software Tool
welches dauernd ein zu definierendes Directory im Netz
scannt.
Aus SAP wird zum Etikettendruck ein ICOC oder eine Textdatei
mit den variablen Daten für die Etikette sowie Angaben über
den Zieldrucker, das zu verwendende Etikettenformat sowie
der Anzahl der zu druckenden Etiketten erzeugt und in das
"gescannte" Directory kopiert.
Das Tool des PrintServers entdeckt das File, fügt die Daten
in das gewünschte Layout, druckt die Etiketten und renamed
oder löscht die Datei.
Vorteile:
Sehr flexibel, das ganze Layout wird ausserhalb von SAP
erstellt, es können zusätzliche Daten (z.B. Grafiken die
nicht in SAP gepflegt sind eingefügt werden), es können alle
Windows Drucker verwendet werden, es können
unterschiedlichste Etikettenformate verwendet werden.
Nachteile: Es muss ein zusätzliche PC gepflegt und Instand
gehalten werden.
Entsprechende Software:
Seagull Bartender Enterprise, Codesoft Sentinel